StrickgalerieMasche für Masche erklärt
Passform

Halsausschnitt proportional gestalten

Breite, vordere Tiefe, rückwärtige Tiefe und Blende sind getrennte Größen; erst ihr Zusammenspiel bestimmt Sitz und Durchlass des Ausschnitts.

Veröffentlicht am 18. September 2026 · Redaktion Strickgalerie

Körper und Nutzung messen

Miss den Halsumfang locker an der Stelle, an der eine Blende liegen könnte, und den Kopfumfang über die breiteste Stelle. Im Beispiel sind es 37 und 57 Zentimeter. Diese Maße legen weder eine ideale Halsform noch automatisch die Ausschnittgröße fest. Sie helfen zu prüfen, ob Lage, Elastizität und Durchlass der geplanten Konstruktion funktional sind.

Referenz getrennt erfassen

Lege einen angenehm sitzenden Pullover flach hin. Miss die innere Ausschnittbreite zwischen den Blendenkanten, die vordere Tiefe vom höchsten Schulterpunkt bis zur tiefsten Kante und die rückwärtige Tiefe separat. Im Beispiel sind es 18 Zentimeter Breite, 9 Zentimeter vorn und 2 Zentimeter hinten. Notiere zusätzlich Blendenhöhe und Konstruktion, statt nur den sichtbaren Bogen abzuzeichnen.

Breite in Maschen

Die gewaschene Probe zeigt 22 Maschen je 10 Zentimeter, also 2,2 Maschen je Zentimeter. 18 mal 2,2 ergibt 39,6 Maschen; für eine symmetrische Aufteilung werden 40 gewählt. Das rechnerische Maß beträgt 40 geteilt durch 2,2 gleich 18,18 Zentimeter. Eine spätere Blende kann die lichte Öffnung verkleinern und wird deshalb mit einer eigenen Probe berücksichtigt.

Tiefe in Reihen

Bei 28 Reihen je 10 Zentimeter entsprechen 9 Zentimeter 25,2 Reihen. Gewählt werden 26 Reihen, damit auf Vorder- und Rückseite eindeutige Hin- und Rückreihen entstehen; das ergibt 26 geteilt durch 2,8 gleich 9,29 Zentimeter. Die rückwärtigen 2 Zentimeter entsprechen 5,6, gerundet 6 Reihen oder 2,14 Zentimetern. Beide Rundungen werden im Schema festgehalten.

Form symmetrisch verteilen

Für die 40 Maschen breite Vorderöffnung können zunächst 20 mittlere Maschen stillgelegt oder abgekettet werden. Auf jeder Seite fehlen dann noch 10 Maschen. Eine mögliche Rundung lautet je Seite 3, 2, 2, 1, 1 und 1 Masche an sechs Formungsreihen. Danach wird bis zur berechneten Tiefe gerade gearbeitet. Diese Folge ist ein Rechenbeispiel, keine universelle Ausschnittform.

Provisorische Blende testen

Verbinde die Schultern zunächst mit Kontrastfaden, nimm die geplante Zahl Blendenmaschen auf und stricke zwei bis drei Zentimeter mit Restgarn. Kette elastisch provisorisch ab. Ziehe das Stück ohne Gewalt über den Kopf und bewege Hals sowie Schultern. Prüfe, ob Vorderkante, Rückenkante und Seiten an den vorgesehenen Stellen liegen und ob die Blende zurückspringt.

Befund gezielt korrigieren

Passt der Kopf nicht hindurch, unterscheide zu kleine lichte Weite von einer unelastischen Abkettkante. Liegt die Vorderkante zu hoch, ändere Tiefenbeginn oder Reihenverteilung, nicht automatisch die Breite. Asymmetrische Körper, Verschlüsse, V-Ausschnitte und offene Jacken brauchen andere Aufteilungen. Alle Änderungen werden am Schema gespiegelt oder bewusst asymmetrisch dokumentiert, anschließend erneut provisorisch anprobiert und erst dann endgültig gearbeitet.

Quellen und Grenzen

Letzter Quellenabruf: 18. September 2026. Die konkrete Garnbanderole und Pflegekennzeichnung haben für dein Material Vorrang.